Impressionen – Jahr 2024: Vom Flachs zum Lein – Anbau Flachs über die traditionelle Brächete bis zum Spinnen.
In Brünigen pflegt Ruth Läng eine jahrhundertealte Tradition: Die Kunst der Flachsverarbeitung. Von der Aussaat bis zum fertigen Leinenfaden wird der gesamte Prozess von Hand gemacht.
Alles beginnt mit dem Flachs im Wachstum. Nach der Blütezeit werden die Pflanzen sorgfältig geerntet und zum Trocknen aufgehängt. Ein besonderer Moment ist das «Riffeln» – dabei werden die wertvollen Samenkapseln von den Stängeln getrennt. Die gebundenen Garben werden anschliessend zum «Trocknen» ausgelegt, ein wichtiger Schritt, bei dem sich die Fasern von den holzigen Bestandteilen lösen.
Der Höhepunkt ist die traditionelle «Brächete»: Über einem speziellen Brechfeuer werden die Flachsstängel erhitzt und dann mit dem «Brächer» bearbeitet. Das anschließende Hecheln verfeinert die Fasern weiter.
Beim «Babelen» werden die Fasern zu handlichen Einheiten geformt, bevor sie zum Spinnen bereit sind.
Den krönenden Abschluss bildet das Spinnen am Spinnrad, wo der feine Leinenfaden entsteht – die Grundlage für Textilien aus heimischer Produktion.
Ruth Läng führt die Tradition mit Begeisterung fort und gibt ihr Wissen an die nächste Generation weiter.